Wählscheibentelefon mit KI

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Da habe ich ein schönes Projekt für den Sommerurlaub gefunden: Im Make-Magazin des Heise-Verlags (in dem auch meine Lieblingszeitschrift c’t erscheint) finden sich immer wieder nerdige Elektro-Basteleien. In der Ausgabe 02/2026 wurde in einem Artikel beschrieben, wie ein altes Wählscheibentelefon (Typ 611-2 der Deutschen Post) so umgebaut werden kann, dass Gespräche mit einer KI (Künstlichen Intelligenz) geführt werden können. Je nach gewählter Nummer heben unterschiedliche Charaktere ab.

Technische Grundlage ist ein Raspi Pi, der in das Telefon eingebaut wird und mittels USB-Soundkarte an den Telefonhörer angeschlossen wird. Ein wenig Lötarbeit ist erforderlich, um die Signale des Telefonhörers von der Platine abzugreifen. Die mit der Wählscheibe gewählten Nummern interpretiert der Paspberry richtig, indem er die Dauer der Impulse misst. Damit die Glocke auch klingelt, sind eine H-Brücke (L298) und ein Step-Up-Wandler erfoderlich, denn die Glocke verlangt 30 Volt. Seriell am Strom angeschlossen hinter dem Raspberry war das System spannungsmäßig nterversorgt, erst der parallele Anschluss des Step-Up-Wandlers neben derm Raspberry führte zum Erfolg.

Softwaremäßig läuft das Ganze unter PiOS über verschiedene Linux-Skripte, die auf SD-Karte des Raspberry zu hinterlegen sind. Und die Skripte, wie sie von Heise auf GitHub zur Verfügung gestellt werden, waren in meiner Konfiguration absolut nicht lauffähig. Je länger ich mich mit dem Projekt befasste, desto mehr ka ich zur Erkenntnis, dass eine reizvolle Idee sehr oberflächlich umgesetzt wurde. Da ich selbst nicht programmieren kann , musste ich lange Unterhaltungen mit Anthropic Sonnet führen, die aber nach vielen Versuchen zum gewünschten Ziel führten. Die Anbindung an die KI erfolgte über eine API zu Open-AI, als Modell wurde das Modell GPTo4 mini verwendet, da es schnell antwortet und wenig Token verbraucht. Damit ist eine Unterhaltung in Echtzeit möglich.

Nachdem das Ganze im fliegenden Aufbau schließlich funktionierte, habe ich es in das Gehäuse des Telefons eingebaut. Um Platz zu schaffen, wurden nicht benötigte Bauteile von der Platine des Telefons entlötet, auch die Gabel und der Kühlkörper des Paspberry Pi mussten mit dem Dremel etwas gestutzt werden. Schließlich passte alles hinein und wurde mit Kabelbindern und Schrauben fixiert.

Jetzt habe ich also ein KI-Telefon, von dem ich mich morgens mit dem vertrauten Klingeln der Glocke eines Telefons aus den 70er Jahren wecken lassen. Wenn ich abhebe, erzählt mir eine freundliche Stimme, wie das Wetter heute wird. Nicht, dass man das bräuchte, aber es macht Spaß. Als nächstes werde ich mit den Charakteren experimentieren. Neun Personen kann ich hinterlegen, ohne die Programmierung zur Interpretation der Wählimpulse auszuweiten. Den Papst fände ich nicht schlecht. Auch Martin Luther wäre ein guter Gesprächspartner. Vielleicht auch Angela Merkel oder Robert Habeck. Habt ihr Vorschläge? Dann schreibt’s in die Kommentare!

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