Mein erster Hunderter! Nach diversen Märschen zwischen 50 und 60 km sollte es an die Königsklasse gehen – 100 km zu Fuß in 24 Stunden. Schon seit langem reizte mich der Megamarsch München – der gar nicht durch München geht, sondern in Grünwald startet, dann aber schnurstracks die Stadt verlässt, sich an der Isar nach Wolfratshausen vorarbeitet, um dann über Penzberg, Benediktbeuern und Kochel in die Alpen vorstößt. Aus dem Moor geht es den Kochelberg hoch an den Walchensee, von dort ins Ziel nach Mittenwald. Die schönste mir bis dato bekannte Wanderstrecke.
Eine Besonderheit der Strecke: Sie führt durch Bichl und Benediktbeuern. In Bichl stand das Elternhaus meiner Großmutter, ihrem Großvater Max Grundler ist eine Straße gewidmet, das Dr. Grundler-Gassl. Und der Weg führt durch diese Gasse! Außerdem streift der Weg Benediktbeuern, meinen Studienort von 1990 bis 1996. Ich war also auf Spuren genealogischen und persönlichen Spuren unterwegs. So war es auch ein nachdenklicher Weg, mit schönen Erinnerungen und Wehmut.
Leider regnete es gut zwei Stunden lang – nein, es goß wie aus Kübeln! Und das mitten in der Nacht, von Penzberg bis Kochel. Durchnäßt krabbelte ich die alte Kochelbergstraße hoch bis nach Urfeld, wurde aber mit einem strahlenden Sonnenaufgang belohnt, der über dem Walchensee zu sehen war.
Bereits kurz nach dem Start hatte ich einen Begleiter kennengelernt, Tim, mit dem ich einige Kilometer zurücklegte und auch die letzten zwanzig Kilometer gingen wir gemeinsam.
Nach gut 23 Stunden kamen wir zum Ziel in Mittenwald – begrüßt von meiner Schwester Edith und ihrer Familie. Deo gratias!












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